Ginkgo biloba

Synonyme: Tempelbaum, Elefantenohrbaum, Entenfußbaum, Mädchenhaarbaum, Fächerblattbaum, Beseeltes Ei, Mandelfrucht, Weißnuss, Nuss-Aprikose

Er gilt als lebendes Fossil und gehört zu den Ginkgo Gewächsen (Ginkgaceae, der einzige lebende Vertreter der Ginkgoales, einer ansonsten ausgestorbenen Gruppe von Samenpflanzen). Seit ca. 1730 wird er in Europa als Zierbaum gepflanzt.

Der Ginkgo Baum ist sehr widerstandsfähig gegen Umweltgifte.

Das Blatt gilt als das Symbol der Einheit in der Zweiheit.

Zum Jahrtausendwechsel erklärte das deutsche „Kuratorium Baum des Jahres“ Ginkgo biloba zum Mahnmal für Umweltschutz und Frieden und zum Baum des Jahrtausends. Er ist sehr unempfindlich gegenüber Luftschadstoffen und eignet sich deshalb sehr gut als Straßen- und Parkbaum. Des Weiteren ist er weitgehend resistent gegen Insektenfraß sowie von Pilzen, Bakterien und Viren ausgelöste Krankheiten, erträgt Temperaturen von bis zu -30° und wächst auf sauren wie alkalischen Böden. Sehr nasse aber auch übermäßig trockene Böden werden dagegen nicht toleriert.

Der möglicherweise älteste Ginkgo-Baum Deutschlands wurde angeblich um 1759 gepflanzt und steht im Frankfurter Stadtteil Rödelheim.

Der wissenschaftliche Name wird von der in Japan damals gebrauchten Bezeichnung „Silberaprikose“ (wegen der aprikosenähnlichen Samen) abgeleitet (gin: Silber, kyo: Aprikose). Der Ersatz des „y“ durch „g“ in Ginkgo geht wahrscheinlich auf einen Satzfehler beim Erstabdruck der Beschreibung zurück und kann nach den Regeln der botanischen Nomenklatur nicht mehr geändert werden.

Verwendet werden die Blätter (nicht als Tee, sondern als alkoholische Auszüge) und Samen.

Gingko

Kommission E: positiv Monographie bei symptomatischer Behandlung von hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen im Rahmen eines dementiellen Syndroms, Verbesserung der schmerzfreien Gehstrecke bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit, Schwindel, Tinnitus

Er wird bis zu 40 m hoch und hat zweilappige Blätter. Die Blätter werden im Herbst abgeworfen (sommergrüner Baum). Die Borke ist schwer entflammbar. Jungbäume haben eine bis zu einen Meter lange Pfahlwurzel, bei Altbäumen dominieren Seitenwurzeln.

Er hat gelbe Früchte. Ginkgo biloba ist zweihäusig, d. h. er besitzt männliche und weibliche Blüten, die auf getrennten Bäumen sitzen. Die männlichen Bäume treiben ca. zwei Wochen eher aus und verlieren ihre Blätter ca. 3-4 Wochen vor den weiblichen. Bis zur Geschlechtsreife im Alter zwischen 20 und 35 Jahren sind weibliche und männliche Bäume kaum zu unterscheiden.

Der chinesische Name „Großvater-Enkel-Baum“ bezieht sich auf die lange Zeit, die verstreicht, bis ein neu gesetzter Baum die ersten Samen trägt.

Der nach der Befruchtung aus der weiblichen Samenanlage entstandene Ginkgosamen ähnelt äußerlich Mirabellen. Die Samenschale entwickelt im ausgereiften Zustand einen unangenehmen Geruch nach ranziger Butter (Fettsäuren Buttersäure und Capronsäure). Die ebenfalls enthaltenen Phenole können durch Austreten des Saftes zu Hautreizungen und Allergien führen.

Als Nahrungsmittel wird der Kern des Samens genutzt, dieser muss jedoch gegart werden. Geröstet und gesalzen dient er als Knabberei. Ein Übermaß an Ginkgosamen kann zu Vergiftungserscheinungen führen, da diese den Vitamin-B6-Antagonisten 4-Methoxypyridoxin enthalten.

Im 11. Jh. N. Chr. sollen diese „Nüsse“ so geschätzt worden sein, dass der Kaiser von China die Samen als Tributzahlung von den südöstlichen Provinzen forderte.


Inhaltsstoffe:

Flavonglykoside (Kaempferol, Quercetin, Isorhamnetin), Proanthocyanidine, Diterpenoide, Terpene (Ginkgolide, Bilobalid, Polyprenole, Steroide), Biflavone, Ginkgolsäuren.

Die pharmakologisch aktiven Substanzen sind die Terpentrilactone (TTL), genauer die Gruppe der Ginkgolide und Bilobalid. In verschiedenen Studien wurde nachgewiesen, dass die Wirkstoffe Mitochondrien vor altersbedingten Schädigungen schützen und sich deren Funktion und Energiemetabolismus verbessert. Die TTL werden rasch im Blutplasma resorbiert. Die Bioverfügbarkeit von Gikgoliden und TTLs im Blut ist höher, wenn die Wirkstoffe per Extrakt eingenommen wurden, außerdem wird die maximale Konzentration im Hirngewebe schneller erreicht. Die Substanzen sind also Blut-Hirn-Schranken-gängig. Klinisch relevante Unterschiede zwischen der Gabe als Extrakt oder als Reinsubstanz bestehen für das Hirngewebe nicht.

Ginkgo muss in Aceton oder Alkohol gelöst werden, ist nicht wasserlöslich.

Wirkungen:

gefäßerweiternd, durchblutungssteigernd (cerebral und peripher arteriell), Erhöhung der Hypoxie Toleranz v. a. des Hirngewebes (bei Tieren), Verbesserung der ATP und Glucoseutilisation, Senkung der Blutviskosität, membranstabilisierend, hirnzellschützend, Senkung der Erythrozyten- und Thrombozyten Aggregation, Steigerung der Prostazyklinsynthese, Hemmung der Hirnödem Entstehung, Hemmung postischämischer Zellschäden, Verminderung des Retinaödems und von Netzhautzell-Läsionen, Steigerung der Gedächtnisleistung und des Lernvermögens, Förderung der Kompensation von Gleichgewichtsstörungen, Inaktivierung toxischer Sauerstoffradikale, neuroprotektiv, EEG-Veränderungen im Sinne einer erhöhten Vigilanz, Hemmung der Leukozyten Infiltration, antiischämisch

Indikationen:

periphere und zentrale arterielle Durchblutungsstörungen (infolge degenerativer Erkrankungen) mit krampfartigen Gefäßschmerzen, Gefäßschäden bei Diabetikern, Gehirndurchblutungsstörungen (ältere Menschen, Hirnleistungsstörungen), Vergesslichkeit, Arteriosklerose, Schlafstörungen, Tinnitus (20% Erfolg), Schwindel, akuter Hörsturz, Schaufensterkrankheit, Retinopathien, Diabetische Polyneuropathie, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche

Dosierung: 50 – 100 mg täglich, mindestens 8 Wochen

Anscheinend lässt die Wirkung bei Alzheimer nach ca. einem Jahr rapide nach.

Fertigpräparate: Tebonin intens

Bei Demenz werden Ginkgo Präparate von den Krankenkassen erstattet.

Zur modernen Mythenbildung hat auch wesentlich die Geschichte des Tempelbaumes in Hiroshima beigetragen, der bei der Atombombenexplosion 1945 in Flammen aufging, aber im selben Jahr wieder austrieb und weiterlebte.


Dieses Baumes Blatt, er von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie´s den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als Eines erkennt?

Solche Fragen zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn:
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin.

J. W. Von Goethe, 1815, Ginkgo biloba, in Westöstlicher Diwan.


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