Ayurveda - Das Wissen vom langen und gesunden Leben

Ayurveda hat seinen Ursprung in Indien und ist die älteste überlieferte medizinische Wissenschaft. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen sind 5 000 Jahre alt. Ayurveda ist ein Naturheilsystem, das den Menschen in seiner Ganzheit betrachtet. Ayurveda ist die Kunst, Gesundheit zu erhalten und Krankheit sanft zu heilen. Reinigung und Revitalisierung stehen dabei im Vordergrund.

Reinigungskuren sind das Herzstück der ayurvedischen Medizin. Mit entsprechender Ernährung, sanften Ölmassagen und ruhigen Yogaübungen können Rückstände, Schlacken und Toxine, die sich im Körper und Geist angesammelt haben, ausgeleitet werden. Im Laufe der Reinigungswochen stellt sich ein Gefühl der Klarheit und Lebensfreude ein. Ist der Körper gereinigt und der Geist geklärt, fühlen wir uns wieder in unserem inneren Gleichgewicht und können uns den täglichen Anforderungen stellen.

Ayurvedische Reinigungskuren dienen der Erhaltung der Gesundheit, sie stärken die Immunkraft und schützen vor Erkrankungen. Sie unterstützen den Heilungsprozess bei bereits Erkrankten.

Doşas

Die Doşas sind die Verbindungen einzelner Elemente. Aus den Doşas setzt sich sämtliche Materie zusammen. Sie sind jedoch nicht nur grobstofflich, sondern auch feinstofflich als Energieprinzipien zu verstehen. Die Doşas stellen die Verbindung von Materie zu Energie dar. Doşas sind funktionelle Prinzipien, die in der Lage sind, bestimmte Eigenschaften (guņas) und Funktionen (karmas) im Körper hervorzurufen. Diese Eigenschaften und Funktionen werden von den Doşas hervorgerufen, verstärken durch ihr Vorhandensein aber auch die entsprechenden Doşas.

Es gibt drei Doşas (Vāta, Pitta, Kapha). Jeder Mensch enthält immer alle drei Doşas, aber in einem individuellen Verhältnis. Dies entspricht dann der Grundkonstitution (prakŗti), dem gesunden Zustand dieses Menschen. So kann z. B. eine gesunde Konstitution aus 50% Vāta, 25% Pitta und 25% Kapha bestehen, dieser Mensch hat
dann eine Vāta-Konstitution.

Übersetzt heißt Doşas „krankmachender Faktor“, oder „Fehler, der verderben kann“. Das bedeutet, wenn ein Doşas aus dem Gleichgewicht gerät, entsteht Krankheit. Entsprechend der eigenen Grundkonstitution (dem individuellen Doşa-Gleichgewicht) hat jeder Mensch mehr oder weniger von einem bestimmten Doşa (krankmachenden Faktor) in sich, neigt also zu bestimmten Erkrankungen. Z. B. neigt ein Mensch mit Vāta-Konstitution zu Vāta-Störungen. Solange das individuelle Gleichgewicht der Doşas erhalten bleibt, ist dieser Mensch gesund. Zeigen die Doşas eine beginnende Fehlfunktion, entsteht vikŗti (Störung der Konstitution, Krankheit).

Die Bezeichnung des Doşas-Typs (Konstitution, Vāta, Pitta oder Kapha) beinhaltet also gleichzeitig die Aussage, zu welchen Erkrankungen dieser Mensch tendiert. Der Doşa-Typ bezeichnet die Materie (Elemente), aus denen der Mensch sich zusammensetzt, aber auch die Energie, Charaktereigenschaften, Begabungen,
Schwächen.

Die Doşas finden sich im ganzen Körper, sind aber an einigen Stellen dominant. Diese werden grob unterteilt den verschiedenen Abschnitten des Verdauungskanals zugeordnet: Vāta sitzt im unteren Drittel, Pitta im mittleren, Kapha im oberen Drittel des Verdauungskanals. Allerdings stellen nicht alle anatomischen Strukturen klare
Sitze (āśaya) der Doşas dar. Doşas werden funktionell betrachtet und können auch gut über Emotionen wahrgenommen werden, da sie sehr energetisch sind.

Alle Doşas setzen sich aus jeweils zwei Elementen und sieben Eigenschaften zusammen. Sie enthalten diese Elemente und Eigenschaften, rufen sie aber auch im Körper und der Psyche hervor. So wie in jedem Menschen die Doşas vorhanden sind, so sind sie auch in der Umgebung vorhanden, z. B. der Nahrung, der Umwelt,
dem Wetter, den Aktivitäten. Daher wird der (Gesundheits-)Zustand jedes Menschen stark durch seine Nahrung, Umwelt, Wetter, Aktivitäten beeinflusst.

Die Doşas sollten wertfrei betrachtet werden, es ist also nicht ein Doşa besser (gesünder) als ein anderes. Die individuelle Konstitution ist für diesen Menschen die optimale Verteilung der Doşas. Manchmal erfordert es etwas Zeit, dies zu akzeptieren, zu verinnerlichen und damit umzugehen, dann kann es allerdings das
Leben stark vereinfachen.

  • Kapha (Erde, Wasser), schwer, feucht, ölig, süß, weich, kalt
  • Vāta (Luft, Äther), kalt, trocken, leicht, beweglich, klar, rau
  • Pitta (Feuer, Wasser), heiß, leicht ölig, flüssig, spitz, scharf, sauer

Die Konstitution setzt sich aus diesen Doşas zusammen, aber auch die Störung, oder der momentane Zustand. Die Konstitution ist zwar der gesunde Zustand, zeigt aber die Neigung zu Erkrankungen an. Daher sollten die Eigenschaften der Doşas, welche die Konstitution ausmachen vermieden werden, bzw. die entgegengesetzten
Eigenschaften verstärkt werden.

  • Für Kapha sollte trockene, leichte, warme, gut gewürzte Nahrung bevorzugt werden.
  • Für Vāta sollte feuchte, gehaltvolle, warme, regelmäßige Nahrung bevorzugt werden.
  • Für Pitta sollte kühlende, milde, bittere und nicht scharfe Nahrung bevorzugt werden.

Bei Mischkonstitutionen ist die entsprechende Mischung empfehlenswert, bzw. es kann situationsabhängig entschieden werden, welches Doşa gerade im Vordergrund steht.

Diagnose & Kur

Der Ursprung aller Materie sind die fünf Elemente Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde.

Aus diesen fünf Elementen setzt sich jeder Mensch zusammen. Seine Lebensführung sollte sich nach der Verteilung der Elemente richten, da hierdurch Krankheiten vermieden und geheilt werden können. Wenn das auslösende Element einer Krankheit erkannt ist, kann diese sanft und doch effektiv behandelt werden.

Zu einer ersten ayurvedischen Behandlung gehören ein ausführliches Gespräch, Fragen zur allgemeinen Lebensführung und eine intensive Erhebung der Krankengeschichte. In einer weiteren Sitzung erfolgt eine eingehende allgemeine und krankheitsbezogene Beratung.

Eine anschließende Behandlung kann aus Ölbehandlungen (Massagen, Stirngüssen, Öl innerlich und in Form von Einläufen), Schwitzbehandlungen, inneren Reinigungs- kuren und der Verabreichung von Heilkräutern bestehen.

Ayurvedische Reinigungskuren dienen dabei der Erhaltung der Gesundheit, sie stärken die Immunkraft und schützen vor Erkrankungen. Sie unterstützen desweiteren den Heilungsprozess bei bereits Erkrankten.

Ayurvedische Ernährung

Ayurvedische Ernährung sollte immer frisch und warm sein.
Alle Lebensmittel werden nach dem Geschmack eingeteilt, weil bestimmte Geschmacksrichtungen bestimmte Wirkungen hervorrufen. Der Geschmack spricht demnach für das Wirkungsspektrum einer Pflanze.

  • Süß: Erde und Wasser
  • Sauer: Erde und Feuer
  • Salzig: Wasser und Feuer
  • Scharf: Feuer und Luft
  • Bitter: Luft und Äther
  • Zusammenziehend: Luft und Erde

Da die Geschmacksrichtungen den einzelnen Elementen zugeordnet sind, können dadurch auch die Doshas (krankmachende Faktoren) beeinflusst und Krankheiten behandelt werden. Die Ernährung ist ein wesentlicher Pfeiler der ayurvedischen Therapie. In der Ernährungsberatung werden Sie erfahren, welche Ernährung zu Ihrer Konstitution oder Erkrankung passt.

Während der Pancacarmakur dürfen Sie keine schweren Mahlzeiten zu sich nehmen. Zum Abendessen sind leichte Gemüsesuppen sehr gut. Mittags können Sie Gemüse oder Dal (Hülsenfrüchte) mit Reis essen. Sie sollten zum Kochen keine großen Mengen an Fett (außer Ghee) verwenden und auch nur mild würzen. Joghurt, Quark und Käse, saures Obst, Tomaten oder Essig sollten Sie vermeiden.

Unser Angebot an ayurvedischen Kochkursen und Seminaren finden Sie hier.

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